Unterm Birnbaum: Das Meisterwerk von Theodor Fontane als freies eBook

 

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Denn Hradscheck ist erst im zehnten Jahr in diesem Dorf. Das alles ist jetzt erwiesen. Trotz alledem bleiben ein paar dunkle Punkte, worüber Aufklärung gegeben werden muß. Ich lebe der Zuversicht, daß es an dieser Aufklärung nicht fehlen wird, aber ehe sie gegeben ist, darf ich Sie, Herr Hradscheck, nicht aus der Untersuchung entlassen. Es wird sich dabei, was ich als eine weitere Hoffnung hier ausspreche, nur noch um Stunden und höchstens um Tage handeln.«
Und damit nahm er Kunickes Arm und ging in die Weinstube zurück, woselbst er nunmehr, in Gesellschaft von Woytasch und den Gerichtsmännern, dem für ihn servierten Frühstücke tapfer zusprach. Auch Hradscheck ward aufgefordert, sich zu setzen und einen Imbiß zu nehmen. Er lehnte jedoch ab und sagte, daß er mit seiner Mahlzeit lieber warten wolle, bis er im Küstriner Gefängnis sei.
So waren seine Worte.
Und diese Worte gefielen den Bauern ungemein. »Er will nicht an seinem eignen Tisch zu Gaste sitzen und das Brot, das er gebacken, nicht als Gnadenbrot essen. Da hat er recht. Das möcht ich auch nicht.«
So hieß es, und so dachten die meisten.
Aber freilich nicht alle.
Gensdarm Geelhaar ging an dem Zaun entlang, über den, samt andrem Weibervolk, auch Mutter Jeschke weggekuckt hatte. Natürlich auch Line.
Geelhaar tippte dieser mit dem Finger auf den Dutt und sagte: »Nu, Line, was macht der Zopf?«
»Meiner?« lachte diese. »Hören S', Herr Gensdarm, jetzt kommt Ihrer an die Reih.«
»Wird so schlimm nicht werden, Lineken... Und Mutter Jeschke, was sagt die dazu?«
»Joa, wat sall se seggen? He is nu wedder rut. Awers he kümmt ook woll wedder rin.«

 

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Unterm Birnbaum - Das Meisterwerk von Theodor Fontane aus dem Jahre 1885 als komplettes Online Buch mit allen 20 Kapiteln zum freien lesen.