Unterm Birnbaum: Das Meisterwerk von Theodor Fontane als freies eBook

 

I - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
II - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
III - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
IV - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
V - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
VI - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
VII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
VIII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
IX - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
X - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XI - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XIII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XIV - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XV - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XVI - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XVII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XVIII - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XIX - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5
XX - S.1 S.2 S.3 S.4 S.5



Aber ehe sie sich, aus ihren Mutmaßungen heraus, ihre Frage noch beantworten konnte, sah sie, wie der ihr auf Minuten aus dem Auge gekommene Hradscheck von der Tür her in den Garten trat und mit einem Spaten in der Hand rasch auf den Birnbaum zuschritt. Hier grub er eifrig und mit sichtlicher Hast und mußte schon ein gut Teil Erde herausgeworfen haben, als er mit einem Male das Graben aufgab und sich aufs neue nach allen Seiten hin umsah. Aber auch jetzt wieder (so wenigstens schien es ihr) mehr in Spannung als in Angst und Sorge.
»Wat he man hett?« wiederholte sie.
Dann sah sie, daß er das Loch rasch wieder zuschüttete. Noch einen Augenblick, und die Gartentür schloß sich, und alles war wieder dunkel.
»Hm«, brummte die Jeschke. »Dat's joa binoah, as ob he een' abmurkst hett. Na, so dull wahrd et joa woll nich sinn... Nei, nei, denn wihr dat Licht nich. Awers ick tru em nich. Un ehr tru ick ook nich.«
Und damit ging sie wieder bis an ihr Bett und kletterte hinein.
Aber ein rechter Schlaf wollt ihr nicht mehr kommen, und in ihrem halbwachen Zustande sah sie beständig das Flimmern im Kellerloch und dann den Lichtschein, der in den Garten fiel, und dann wieder Hradscheck, wie er unter dem Baume stand und grub.

 

 

 

© 2008 - Impressum - Datenschutz
Unterm Birnbaum - Das Meisterwerk von Theodor Fontane aus dem Jahre 1885 als komplettes Online Buch mit allen 20 Kapiteln zum freien lesen.